|
Abzählreim
Rechts, links, über Eck, Die Henne legt die Eier weg; Legt sie in ein Bündel Stroh, Irgendwie, irgendwo; Kommt der Marder Wagemut, Jagt die Henne von der Brut, Rechts, links, über Eck - Ein Kücken hat - er - weg!
Am Abend
Still! Was bloß das Kätzchen will? Es streicht um meinen Schoß herum, Das Schwänzchen hoch, den Buckel krumm; Still - Und weißt du, was es will?
Still! Was bloß die Klucke will? Sie lockt und lockt die kleine Brut In den warmen Stall und deckt sie gut; Still - Und weißt du, was sie will?
Still! Was bloß Rumpumpel will? Die Augen macht er schon ganz klein Und gähnt und will genommen sein; Still! Und weißt du, was er will?
Anziehliedchen
Wer strampelt im Bettchen? Versteck sich wie'n Dieb? Das ist der Rumpumpel, Den haben wir lieb. Was guckt da für'n Näschen? Ein Bübchen sitzt dran. Das ist der Rumpumpel, Den ziehn wir jetzt an. Erst wird er gewaschen Vom Kopf bis zur Zeh; Er weint nicht, er greint nicht, Denn es tut ja nicht weh. Schnell her mit dem Hemdchen: Da schlüpfen wir fein Erst rechts und dann links In die Ärmelchen 'rein. Fix an noch die Strümpfchen, Fix an auch die Schuh; Kommt's Händchen, schnürt's Bändchen, Schon sind sie zu. Nun Leibchen und Höschen, Ein Röckchen kommt auch; Sonst friert dem Rumpumpel Sein kleiner runder Bauch. Das Kämmchen kämmt sachte, Aber still muß man stehn; Zuletzt noch das Kleidchen, Der Tausend, wie schön! Nun geht er und sagt: Guten Morgen
Austreibung
Das kann doch nicht Rumpumpel sein? So kann Rumpumpel doch nicht schrein? Seelöwen sind in unserm Haus; Schnell Rumpumpel! wir jagen sie raus! Ich 'n Stock, Du 'n Stock, Alle beide einen Stock, Ei der Daus, Wollt ihr raus! Wollt in euer Seelöwenhaus!
Das Königskind
Wer tanzt mit mir? Wer spielt mit mir? Ich bin so sehr allein. Kam da der gelbe Sonnenstrahl: Ich tanze Tippel - Huschemal, Willst du meine Tänzerin sein? Wer tanzt mit mir? Wer spielt mit mir? Der Sonnenstrahl ist zu fein; Kam da der wilde Pustewind: Heideih! ich spiele Wegefind, Lauf doch! fang mich ein! Wer tanzt mit mir? Wer spielt mit mir? Der Wind macht mein Krönchen entzwei. Kam da unser brauner Junge an, Macht 'nen Diener wie 'n Edelmann: Prinzeß, ich bin so frei!
Das Lämmechen
In Wolfenbüttel wohnt ein Lamm, Das hat ganz schwarze Haare; Meint ihr, es brauche einen Kamm? I Gott bewahre!
Aber mein Lämmechen Braucht ein Kämmechen, Braucht ein Schwämmechen, Läßt sich nix verdrießen, Setzt sein neues Käppechen auf, Will mal Koppkegel schießen!
Das Scherchen
Schnipsel, schnipsel, Scherchen, Schneid mir ein Gewehrchen; Schieß ich mir ein Häschen tot, Brat's dem Kind zum Mittagbrot.
Die Schnitzel fliegen zum Fenster hinaus Durch den Sonnenschein in des Gärtners Haus; Der hat seine Freude dran, Oder kuckt sie gar nicht an, Oder streut sie in den Wind Oder schenkt sie seinem Kind; ... schnipsel, schnipsel, Scherchen ...
Der Hauptmann
Ich bin der Hauptmann, Ihr die Soldaten, Immer gehorsam, Das will ich euch raten, hört ihr?
Eins, zwei, immer hinterher, Ein, zwei, schultert das Gewehr, Marsch!
Seht euch nicht um, Seht euch nicht an, Immer hübsch stramm; Mann hinter Mann, Halt!
Eins, zwei, immer hinterher, Ein, zwei, schultert das Gewehr, Marsch!
Der Pudding
Rumpumpel will essen, Nun fix was gebraten! Ein Kätzel, ein Spätzel Und sieben Soldaten; Das gibt einen Pudding So groß wie ein Haus! Zuletzt leckt Rumpumpel Die Kuchenschüssel aus!
Die bösen Beinchen
Guten Morgen, ihr Beinchen! Wie heißt ihr denn? Ich heiße Hampel, Ich heiße Strampel, Und das ist Füßchen Übermut, Und das ist Füßchen Tunichtgut! Übermut und Tunichgut Gehn auf die Reise, Patsch' durch alle Sümpfe, Naß sind Schuh und Strümpfe; Kuckt die Rute um die Eck, Laufen sie alle beide weg!
Die ersten Höschen
Der Schneidermeister Piekenich Ist ein geschickter Mann, Er kommt und mißt dem Peterle Die ersten Hosen an.
Er nimmt sein Buch und Metermaß, Schreibt sich die Zahlen auf, Und wenn der Bub nicht stille steht, Kriegt er eins hinten drauf.
"Du lieber Meister Piekenich, Mach die Hosen schön, Ich will ja unter den Linden Damit spazieren gehn.
Und alle kleinen Jungens Gucken nach mir hin Und sehn an meinen Höschen, Das ich auch ein Junge bin!"
Drei Bäumchen
Jung jung drei Bäumchen Wachsen im Wiesengras, Jung jung drei Bäumchen Sagen mir was.
Das erste hat sich So gequält! Hat alle seine siebentausend Blättchen gezählt.
Das zweite trägt Pfläumchen, Schlicker-schleckerfein, Hätt' es dein Zähnchen Es äße sie allein!
Das dritte, das dritte Schüttelt sich blos; Fallen lauter Blüten in meinen Schoß!
Sag ich schön Dank, Geh ich nach Haus, Mach ich Rumpumpeln Ein Kränzchen draus!
Eine Geschichte vom Winde
Wer kommt dort angeflogen? Das ist der Wind. Der Wind ist ungezogen, Er bläst dem Kind Unters Röckchen, An die Söckchen Um die Ohren, an die Nase; Solch Geblase!
Ganz zerfledert und zerflaust Kommt Rumpumpel angesaust, Und hustet, Und prustet, Das arme Tröpfchen, Und steckt sein Köpfchen In Mutters Schoß.
Und weißt du, warum der Wind so getollt? Rumpumpel sollt zu Bette gehn, und hat nicht gewollt.
Eine Hühnergeschichte
Auf dem Hofe kräht der Hahn, Ein rot=schwarz=gelb und grüner: Kuchen, Kuchen, Kuchen auf dem Tisch, Fix, kommt fix, ihr Hühner! Seht die Hennen, Wie sie rennen, Aus Verstecken, Über Zäune, über Hecken, Gackern, beißen sich und schrein, Jede will die Erste sein! Wie sie fliegen, wie sie flattern, Um ein Plätzchen zu ergattern!
Oben auf des Tisches Mitte steht Herr Hahn; Bitte, meine Damen, bitte, fangt nur an! Pick und schluck, Nicht genug, Immer mehr, Kuchen her! Unser Kropf, Ist ein Topf, Wird nicht voll, Wird nicht leer, Darum mehr Kuchen her, Bis der Teller leckeleer!
Drüben aus des Gärtners Haus Guckt der kleine Fritz und lacht: Ei, wie sah das lustig aus, Das haben die Hühner klug gemacht!
Ereignis
Hurra, zum ersten Mal: Mutter, der Peter, Hurra, da steht er!
Hält sich am Röckchen, Hält sich am Stöckchen, Grade wie'n Licht, Fürchtet sich nicht.
Hurra, zum ersten Mal: Mutter, der Peter, Hurra, da geht er! Guck, ganz alleinechen Setzt er die Beinechen, Aua, Geschrei - Bautz - vorbei.
Es regnet
Es regnet, es regnet Der Kuh auf den Schwanz; Es regnet, es regnet Der Braut in den Kranz.
Es regnet, es regnet, Die Welt ist schon naß; Hol's Töpfchen, Fang's Tröpfchen, Dann sag ich dir was:
Wäschst du die Nase, Bleibt sie fein grade, Wäschst du das Mündchen, Bist du'n lieb Kindchen, Wäschst du aber die Augen schön, Kannst du dem lieben Herrgott seinen Himmel besehn!
Frühstück
Rumpumpel macht das Mäulchen krumm So morgens um halb acht herum, Und keine fünf Minuten drauf Wacht Rumpumpel auf.
Hu, kommt der kalte Badeschwamm; Rumpumpel hält die Ohren stramm, Und schlägt die Ticke-Tacke acht, Wird ihm die Milch gebracht.
Die schmeckt Rumpumpel aber fein! Er patscht mit beiden Fäustchen drein Und trinkt und trinkt, bis alles leer. Rumpumpelchen, das freut mich sehr: Morgen gibts gutes Wetter!
Geburtstag
Leises Klopfen an der Türe: Kann ich 'rein Mama? Frisch gewaschen, frisch gebügelt Steht Rumpumpel da.
Rosen in beiden Händchen! Wie der Kerl sich freut! Kommt ans Bett, sagt: Guten Morgen, Mutti Burtstag heut, Vater putzt die große Stube, Die ist furchtbar schön; Lauter Blumen! Und die Torte! Komm, zu Vati gehn!
Geht leise
Geht leise Es ist müd von der Reise! Es kommt weit her: Vom Himmel übers Meer, Vom Meer den dunklen Weg ins Land, Bis es die kleine Wiege fand - Geht leise!
Gruß an die Kinder
Ich möcht euch alle miteinander Auf bunten Wiesen sehn, Bei Klarinetten und Geigen Die Füßchen im Tanze drehn.
Ich möcht euch alle miteinander Mitnehmen im Luftschiffkahn, Euch die schöne Erde zeigen, Und was fleißige Menschen getan.
Ich möcht euch alle miteinander Still führen an der Hand, Euch heimliche Dinge sagen Von Gott und dem Sternenland.
Gutenachtliedchen
Leise, Peterle, leise, Der Mond geht auf die Reise, Er hat sein weißes Pferd gezäumt, Das geht so still, als ob es träumt, Leise, Peterle, leise.
Stille, Peterle, stille, Der Mond hat eine Brille, Ein graues Wölkchen schob sich vor, Das sitzt ihm grad auf Nas und Ohr, Stille, Peterle, stille,
Träume, Peterle, träume, Der Mond guckt durch die Bäume, Ich glaube gar, nun bleibt er stehn, Um unser Peterle im Schlaf zu sehn - Träume, Peterle, träume.
Hansel und Gretel
Hansel und Gretel stehen zu zwei'n, Der Hansel ist grob, Und die Gretel ist fein, Der Hansel ist dick, Und die Gretel ist dünn, Der Hansel ist aus Birkenholz, Die Gretel ist aus Zinn. Heißa, juchheißa, wer wird nun König? Was einer zuviel hat, hat der andre zuwenig!
Hasenspiel
Hinter den Birken über den Rasen Huschen drei Hasen An uns Vorbei, Springen über Busch und Dorn, Wollen ins junggrüne Winterkorn; Hocken da, Locken sich da, Laufen kreuz Laufen quer, Hin und her, Als gäb's in der Welt keine Schrotflinte mehr! Warte! in der Weihnachtszeit Kommen die drei Hasen ins Haus geschneit. Den größten verschicken wir, Den zweitgrößten spicken wir, Der kleinste kommt ins Hundehaus Und steckt hinten sein Schwänzchen 'raus.
Häschen in der Grube
Häschen in der Grube Saß und schlief, Kam der heil'ge Kuckdikuck Und bracht ihm einen Brief.
Häschen, bist du müde Oder bist du krank? Steck doch deine Läufer 'raus, Ob du noch hüpfen kannst!
Und was stand geschrieben In Kuckdikuckens Brief? "Dem Kutscher, der nicht fahren kann, Geht der Wagen schief! "
Kinderküche
Marie-Marei will Braten machen, Hat kein Pfanne; Nimmt sie sich die Schiefertafel Von klein Schwester Hanne. Hat sie eine Pfanne.
Marie-Marei will Braten machen, Hat keine Butter; Borgt sie beim Kanarienvogel Rasch ein bischen Futter. Hat sie Butter.
Marie-Marei will Braten machen, Hat keine Kohlen; Vor der Tür steht roter Mohn, Geht sie den sich holen. Hat sie Kohlen.
Marie-Marei will Braten machen, Fehlt noch das Gänschen; Nimmt sie sich die Pudelmütze Von klein Bruder Fränzchen. Hat sie's Gänschen.
Hei, mit diesen Wunderdingen Muß der Braten wohl gelingen; Bitte zu Tisch!
Kreiselliedchen
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein Rundum, rundum, Kommt die dicke Marmelkugel, Rollt ihn um, rollt ihn um; Paß auf Herr Dreidel!
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein Rundum, rundum, Pfeift der Wind aus einer Ecke, Pfeift ihn um, pfeift ihn um; Steh auf Herr Dreidel!
Herr Dreidel tanzt auf einem Bein Peitsch die Hieb, peitsch die Hieb, Hopp, hopp, wie springt das Brüderlein, Halt den Dieb, halt den Dieb; Heißa, Herr Dreidel!
Kutscher auf dem Knie
Wagen im Wind! Wie sitzt mein Kind! Wie geht mein Pferd! Alles verkehrt! Holdriutsch - Oben die Räder, unten die Kutsch!
Wagen im Schnee! Da guckt das Reh, Da schnuppert der Has Mit der wackligen Nas! Holdriuff - Da sitzt unser Kutscher wieder oben uff!
Mein Wagen
Mein Wagen hat vier Räder, Vier Räder hat mein Wagen, Rolle, rolle, rummerjan, Das wollt ich euch bloß sagen!
Mein Wagen hat 'ne Deichsel, 'Ne Deichsel hat mein Wagen, Rolle, rolle, rummerjan, Das wollt ich euch bloß sagen!
Mein Wagen hat ein Pferdchen, Ein Pferdchen hat mein Wagen, Rolle, rolle, rummerjan, Das wollt ich euch bloß sagen!
Mein Wagen fährt nach Postdam, Nach Postdam fährt mein Wagen, Rolle, rolle, rummerjan, Das wollt ich euch bloß sagen!
Und wer mit mir nach Postdam will In meinem neuen Wagen, Rolle, rolle, rummerjan, Der braucht es bloß zu sagen!
Mit Trommel und Trab
Sitzen zwei alte Weiber im Sand, Spinnen viel feine Fäden über Land, Über Bäume, Über Zäune, Um Stoppel und Dorn, Immer von vorn.
Für wen sitzen die alten Weiber im Sand, Spinnen viel feine Fäden über Land? Für Wildbub Kraushaar, Kommt alle hundert Jahr' Mit Trommel und Trab Vom Himmel herab, Reißt alle Fäden auf einmal ab, Macht sich ein'n Mützenpuschel draus Und lacht die alten Weiber aus!
Osterlied
Has, Has, Osterhas, Wir möchten nicht mehr warten! Der Krokus und das Tausendschön, Vergißmeinnicht und Tulpe stehn Schon lang in unserm Garten.
Has, Has, Osterhas Mit deinen bunten Eiern! Der Star lugt aus dem Kasten aus, Blühkätzchen sitzen um sein Haus; Wann kommst du Frühling feiern?
Has, Has, Osterhas, Ich wünsche mir das beste! Ein großes Ei, ein kleines Ei Und ein lustiges Dideldumdei, Alles in einem Neste!
Plappermündchen
In Leipzig wohnt ein Bäckermeister, Hans=back=die=Semmeln=größer heißt er; Seine Mutter, die Frau Meisterin, Zieht den Teig wer weiß wie dünn, Rollt ihn mit der Mangel aus, Macht sieben bucklige Bretzeln draus, Drei für den Vater, Drei für die Mutter, Eine für unser Plappermündchen; Dann schweigt's vielleicht ein Viertelstündchen!
Pottkieker
Mutti, Mutti, was ist denn da drin? "Hoppel, poppel, Appelreis, Mach dich fort, Naseweis, Kann dich hier nicht brauchen, Der Ofen tut rauchen, Muß Späne suchen, Sonst brennt der Kuchen, Muß Gänse schlachten, In drei Tagen ist Weihnachten!"
Mutti, Mutti, wo soll ich denn hin? "Ei, tanz mit dem Schimmel, Bohr Löcher in den Himmel, Lehr die Katz das Alphabet, Sieh nach, ob sich der Kirchturm dreht, Oder lauf ans End der Welt, Paß auf, daß keiner runterfällt, Marsch!!"
Rechenexempel
Die Henne legt ein Ei, Da ging der Mond entzwei; Die Hälfte fiel nach Nuckenstadt Und schlug zwei große Brummer platt! Zwei große Brummer, brumm, Summten hier herum, Um Rumpumpels Kopf, Um Rumpumpels Bauch Und um sein dickes Näschen auch!
Nun sind sie tot. - Aber im Ei Pickt das Kücken die Schale entzwei, Kriecht heraus, wackelt mit dem Schwanz - - Ist der Mond wieder ganz!
Rumpumpel tanzt
Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt, Es blitzen seine Schuh; Der Kreisel und der Hampelmann Sehn verwundert zu. Der Kreisel pufft den Hampelmann: Guck, Hans, was sagst du nur? Der Junge tanzt, der Junge tanzt, Und sitzt an keiner Schnur! Der Hampelmann zieht ein Gesicht Und schlenkert und sagt: puh! Auch eine Peitsche braucht er nicht, Tanzt doch so schön wie du! Rumpumpel tanzt, Rumpumpel tanzt, Die liebe Sonne scheint; Der Kreisel und der Hampelmann sind sich spinnefeind!
Rumpumpels Geburtstag
Kräht der Hahn früh am Tage, Kräht laut, kräht weit: Guten Morgen, Rumpumpel, Dein Geburtstag ist heut!
Guckt das Eichhörnchen runter: Wenig Zeit, wenig Zeit! Guten Morgen, Rumpumpel, Dein Geburtstag ist heut!
Kommt das Häschen gesprungen, Macht Männchen vor Freud: Guten Morgen, Rumpumpel, Dein Geburtstag ist heut!
Steht der Kuchen auf dem Tische, macht sich dick, macht sich breit: Guten Morgen, Rumpumpel, Dein Geburtstag ist heut!
Und Mutter und Vater, Alle Kinder, alle Leut Schrein: Hoch, der Rumpumpel, Sein Geburtstag ist heut!
Rätsel
Standen vier weiße Ritterchen Auf einem roten Gitterchen; Die machten alles klitzeklein Und warfen es in ein Loch hinein. Als das die andern Ritter sahn, Zogen sie neue Harnische an, Kamen aus ihren Burgen herbei, Stellten sich tapfer in die Reih Und machten hack! Und sagten knack! Und warfen alles in einen Sack!
Rätsel
Ich habe Flügel, rate Kind, Doch flieg ich nur im Kreise, Und singen tu ich, wenn der Wind Mir vorpfeift, laut und leise; Was ihr den Feldern abgewinnt, Kau ich auf meine Weise, Doch - was mir durch die Kehle rinnt, Das mundet euch als Speise.
Schabernack
Wenn ich in die Stube geh Und den Rumpumpel seh, Tanzen wir zwei Ringeldireih, Lachen wir, Machen wir, Schabernack, Huckepack! Kätzchen spielt den Dudelsack, Macht Rumpumpel Hottehüh Nach der alten Melodie: Miau, miau, Dem Kater seine Frau, Dem Kater seine grisegrimme gritzegraue Frau!
Schlimme Geschichte
Im Stall unser Schäfchen - bäht, Im Hof unser Hähnchen kräht, Und der Karo an der Kette Bellt mit Spitzen um die Wette
Auf'm Dach unser Kätzchen - maut, Und im Ententeich die Frösche, alle Frösche quaken laut: Kinder, denkt euch den Schreck: Unserm kleinen Wackelbein sein linker Schuh ist weg!
Seereise
Pitsch - patsch -Badefaß, Rumpumpel planscht die Stube naß; Ist ein junger Wasserheld, Segelt durch die ganze Welt Im Wipp - im Wapp - im Schaukelkahn Über den großen Ozean! Stehn alle Wilden still Und schrein: Was bloß Rumpumpel will? So spliternackt und pitschenaß, In Seinem kleinen Schaukelfaß? Schnell das Badelaken!
Siebenschläfer
Ihr Siebenschläfer in den Höhlen, Reckt euch, streckt euch, aufgewacht! Der Frühling leuchtet in den Himmel Nach dieser ersten warmen Nacht!
Ja, schüttelt nur die dicken Zotteln Und blinzelt in das blaue Licht; Herr Gott, wer wird so langsam trotteln, Ich lauf voraus, ich warte nicht.
Die Amsel übt schon ihre Lieder, Ich sing sie mit, ich kann sie auch; Und denkt euch nur, der blaue Flieder Hat Knospen, und der Haselstrauch.
Der Teckel bellt vor lauter Wonne Und wühlt die frische Erde um; Na?! seid ihr noch nicht in der Sonne, Ihr Siebenschläfer, faul und dumm?!
So lala
Steht ein Töpfchen rund und nett Unterm Bett, So lala, so lala. Reich mir mal das Kindel her, Das braucht jetzt keine Windel mehr, So lala, so lala!
Rulle, rulle, ratteratt; Rollt ein Wagen durch die Stadt, Sind zwei blanke Pferdchen davor, Hinten drauf ein schwarzer Mohr. Horch! er hält vor unserm Haus, Steigen zwei feine Jungherren aus, Mit Federbarettchen Und goldenen Kettchen. Schnell! das Töpfchen unters Bettchen!
Trösterchen
Blümchen hängt das Köpfchen, Der Tau ist ihm zu schwer; Kommt der durstige Morgenwind, Trägt die Tropfen ins Meer.
Spätzchen piepst und bettelt, Das Kröpfchen ist ihm leer; Pferdchen hat die Krippe voll, Streut Körnerchen umher.
Kindchen weint noch immer, Böckchen stößt so sehr! Schenkt ihm Mutter einen Kuß: Sieh mal! nun weint's nicht mehr.
Wenn's Pfingsten regnet
Oben aus dem Fahnenhaus Guckt das schwarze Wettermännchen raus, Spreizt die Beine und grinst uns an; Schäme dich, alter Wettermann! Am Ostersonntag, vor sieben Wochen, Hast du dem Fritze fest versprochen, Daß zu Pfingsten, im Monat Mai, Das allerschönste Wetter sei. Und nun regnets, liebe Not, Alle hellen Blüten tot, Sie liegen da wie nasser Schnee, Auf den Wegen steht See an See; Ja, wenn wir schon drinnen baden könnten, Wie die Spatzen oder die Enten! Wir dürfen aber garnicht raus, Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus; Röch nicht der Kuchen so lecker her, Wüßt man gar nicht, daß Feiertag wär. Nicht mal die Pfingstkleider kriegt man an; Schäme dich, schwarzer Wettermann!
|