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Die Demut
Hört, größre, edlere der Schwabensöhne! Die ihr vor keinem Dominiksgesicht Euch krümmet, welchen keine Dirnenträne Das winzige, geschwächte Herzchen bricht.
Hört, größre, edlere der Schwabensöhne! In welchen noch das Kleinod Freiheit pocht, Die ihr euch keines reichen Ahnherrn Miene, Und keiner Fürstenlaune unterjocht.
Geschlecht von oben! Vaterlandeskronen! Nur euch bewahre Gott vor Übermut! O! Brüder! der Gedanke soll uns lohnen, In Hermann brauste kein Despotenblut.
Beweinenswürdig ist des Stolzen Ende, Wann er die Grube seiner Größe gräbt, Doch fürchterlich sind seine Henkershände, Wann er sich glücklich über andre hebt.
Viel sind und schön des stillen Mannes Freuden, Und stürmten auch auf ihn der Leiden viel, Er blickt gen Himmel unter seinen Leiden, Beneidet nie des Lachers Possenspiel.
Sein feurigster, sein erster Wunsch auf Erden Ist, allen, allen Menschen nützlich sein, Und wann sie froh durch seine Taten werden, Dann will der edle ihres Danks sich freun.
O! Demut, Demut! laß uns all dich lieben, Du bists, die uns zu einem Bund vereint, In welchem gute Herzen nie sich trüben, In welchem nie bedrängte Unschuld weint.
Drum größre, edlere der Schwabensöhne! Laßt Demut, Demut euer erstes sein, Wie sehr das Herz nach Außenglanz sich sehne, Laßt Demut, Demut euer erstes sein.
Vor allen, welchen Gott ein Herz gegeben, Das groß und königlich, und feurig ist, Die in Gefahren nur vor Freude beben, Für Tugend selbst auf einem Blutgerüst,
Vor allen, allen, solche Schwabensöhne, O solche, Demut, solche führe du Aus jeder bäurischstolzer Narrenbühne Den stillen Reihen jenes Bundes zu.
Die Stille
Die du schon mein Knabenherz entzücktest, Welcher schon die Knabenträne floß, Die du früh dem Lärm der Toren mich entrücktest, Besser mich zu bilden, nahmst in Mutterschoß,
Dein, du Sanfte! Freundin aller Lieben Dein, du Immertreue! sei mein Lied! Treu bist du in Sturm und Sonnenschein geblieben, Bleibst mir treu, wenn einst mich alles, alles flieht.
Jene Ruhe - jene Himmelswonne - O ich wußte nicht, wie mir geschah, Wann so oft in stiller Pracht die Abendsonne Durch den dunklen Wald zu mir heruntersah -
Du, o du nur hattest ausgegossen Jene Ruhe in des Knaben Sinn, Jene Himmelswonne ist aus dir geflossen, Hehre Stille! holde Freudengeberin!
Dein war sie, die Träne, die im Haine Auf den abgepflückten Erdbeerstrauß Mir entfiel - mit dir ging ich im Mondenscheine Dann zurück ins liebe elterliche Haus.
Fernher sah ich schon die Kerzen flimmern, Schon wars Suppenzeit - ich eilte nicht! Spähte stillen Lächelns nach des Kirchhofs Wimmern, Nach dem dreigefüßten Roß am Hochgericht.
War ich endlich staubigt angekommen, Teilt ich erst den welken Erdbeerstrauß, Rühmend, wie mit saurer Müh ich ihn bekommen, Unter meine dankende Geschwister aus,
Nahm dann eilig, was vom Abendessen An Kartoffeln mir noch übrig war, Schlich mich in der Stille, wann ich satt gegessen, Weg von meinem lustigen Geschwisterpaar.
O! in meines kleinen Stübchens Stille War mir dann so über alles wohl, Wie im Tempel, war mirs in der Nächte Hülle, Wann so einsam von dem Turm die Glocke scholl.
Alles schwieg, und schlief, ich wacht alleine; Endlich wiegte mich die Stille ein, Und von meinem dunklen Erdbeerhaine Träumt ich, und vom Gang im stillen Mondenschein.
Als ich weggerissen von den Meinen Aus dem lieben elterlichen Haus Unter Fremde irrte, wo ich nimmer weinen Durfte, in das bunte Weltgewirr hinaus,
O wie pflegtest du den armen Jungen, Teure, so mit Mutterzärtlichkeit, Wann er sich im Weltgewirre müdgerungen, In der lieben, wehmutsvollen Einsamkeit.
Als mir nach dem wärmern, vollern Herzen Feuriger itzt stürzte Jünglingsblut, O! wie schweigtest du oft ungestüme Schmerzen, Stärktest du den Schwachen oft mit neuem Mut.
Jetzt belausch ich oft in deiner Hütte Meinen Schlachtenstürmer Ossian, Schwebe oft in schimmernder Seraphen Mitte Mit dem Sänger Gottes, Klopstock, himmelan.
Gott! und wann durch stille Schattenhecken Mir mein Mädchen in die Arme fliegt Und die Hasel, ihre Liebenden zu decken, Sorglich ihre grüne Zweige um uns schmiegt -
Wann im ganzen segensvollen Tale Alles dann so stille, stille ist, Und die Freudenträne, hell im Abendstrahle, Schweigend mir mein Mädchen von der Wange wischt -
Oder wann in friedlichen Gefilden Mir mein Herzensfreund zur Seite geht, Und mich ganz dem edlen Jüngling nachzubilden, Einzig vor der Seele der Gedanke steht -
Und wir bei den kleinen Kümmernissen Uns so sorglich in die Augen sehn, Wann so sparsam öfters, und so abgerissen Uns die Worte von der ernsten Lippe gehn.
Schön, o schön sind sie! die stille Freuden, Die der Toren wilder Lärm nicht kennt, Schöner noch die stille gottergebne Leiden, Wann die fromme Träne von dem Auge rinnt.
Drum, wenn Stürme einst den Malm umgeben, Nimmer ihn der Jugendsinn belebt, Schwarze Unglückswolken drohend ihn umschweben, Ihm die Sorge Furchen in die Stirne gräbt,
O so reiße ihn aus dem Getümmel, Hülle ihn in deine Schatten ein, O! in deinen Schatten, Teure! wohnt der Himmel, Ruhig wirds bei ihnen unter Stürmen sein.
Und wann einst nach tausend trüben Stunden Sich mein graues Haupt zur Erde neigt Und das Herz sich mattgekämpft an tausend Wunden Und des Lebens Last den schwachen Nacken beugt:
O so leite mich mit deinem Stabe - Harren will ich auf ihn hingebeugt, Bis in dem willkommnen, ruhevollen Grabe Aller Sturm, und aller Lärm der Toren schweigt.
Schwärmerei
Freunde! Freunde! wenn er heute käme, Heute mich aus unserm Bunde nähme, Jener letzte große Augenblick - Wann der frohe Puls so plötzlich stünde Und verworren Freundesstimme tönte Und, ein Nebel, mich umschwebte Erdenglück.
Ha! so plötzlich Lebewohl zu sagen All den lieben schöndurchlebten Tagen - Doch - ich glaube - nein! ich bebte nicht! "Freunde! spräch ich, dort auf jenen Höhen Werden wir uns alle wiedersehen, Freunde! wo ein schönrer Tag die Wolken bricht.
Aber Stella! fern ist deine Hütte, Nahe rauschen schon des Würgers Tritte - Stella! meine Stella! weine nicht! Nur noch einmal möcht ich sie umarmen, Sterben dann in meiner Stella Armen, Eile, Stella! eile, eh das Auge bricht.
Aber ferne, ferne deine Hütte, Nahe rauschen schon des Würgers Tritte - Freunde! bringet meine Lieder ihr. Lieber Gott! ein großer Mann zu werden, War so oft mein Wunsch, mein Traum auf Erden, Aber - Brüder - größre Rollen winken mir.
Traurt ihr, Brüder! daß so weggeschwunden All der Zukunft schöngeträumte Stunden, Alle, alle meine Hoffnungen! Daß die Erde meinen Leichnam decket, Eh ich mir ein Denkmal aufgestecket, Und der Enkel nimmer denkt des Schlummernden.
Daß er kalt an meinem Leichensteine Stehet, und des Modernden Gebeine Keines Jünglings stiller Segen grüßt, Daß auf meines Grabes Rosenhecken Auf den Lilien, die den Moder decken, Keines Mädchens herzergoßne Träne fließt.
Daß von Männern, die vorüberwallen, Nicht die Worte in die Gruft erschallen: Jüngling! du entschlummertest zu früh Daß den Kleinen keine Silbergreise Sagen an dem Ziel der Lebensreise: Kinder! mein und jenes Grab vergesset nie!
Daß sie mir so grausam weggeschwunden, All der Zukunft langersehnte Stunden, All der frohen Hoffnung Seligkeit, Daß die schönste Träume dieser Erden Hin sind, ewig niemals wahr zu werden, Hin die Träume von Unsterblichkeit.
Aber weg! in diesem toten Herzen Bluten meiner armen Stella Schmerzen, Folge! folge mir, Verlassene! Wie du starr an meinem Grabe stehest Und um Tod, um Tod zum Himmel flehest! Stella! komm! es harret dein der Schlummernde.
O an deiner Seite! o so ende, Jammerstand! vielleicht, daß unsre Hände Die Verwesung ineinander legt! Da wo keine schwarze Neider spähen, Da wo keine Splitterrichter schmähen, Träumen wir vielleicht, bis die Posaun uns weckt.
Sprechen wird an unserm Leichensteine Dann der Jüngling: Schlummernde Gebeine! Liebe Tote! schön war euer Los! Hand in Hand entfloht ihr eurem Kummer, Heilig ist der Langverfolgten Schlummer In der kühlen Erde mütterlichem Schoß.
Und mit Lilien und mit Rosenhecken Wird das Mädchen unsern Hügel decken, Ahndungsvoll an unsern Gräbern stehn, Zu den Schlummernden hinab sich denken, Mit gefaltnen Händen niedersinken, Und um dieser Toten Los zum Himmel flehn.
Und von Vätern, die vorüberwallen, Wird der Segen über uns erschallen: Ruhet wohl! ihr seid der Ruhe wert! Gott! wie mags im Tod den Vätern bangen, Die ein Kind in Quälerhände zwangen, Ruhet wohl! ihr habt uns Zärtlichkeit gelehrt."
Der Kampf der Leidenschaft
Ras ich ewig? noch nicht ausgestritten Ist der heiße Streit der Leidenschaft? Hab ich Armer nicht genug gelitten? Sie ist hin - ist hin - des Kämpfers Kraft. Engelsauge! immer um mich schweben - O warum? warum? du liebe Grausame! Schone! schone! sieh! dies schwache Beben! Weibertränen weint der Überwundene.
Weibertränen weinen? Weibertränen? Wirklich? wein ich wirklich, Zauberin? Und dies Klopfen, dieses bange Sehnen, Ists um Luzias Umarmungen? Nein! ich kann nicht! will nicht! diese Tränen Stieß der Zorn ins Auge, sie vergoß der Grimm; O! mich schmelzen keine Mädchenmienen, Nur der Freiheit brauste dieses Ungestüm.
Aber wie? dein Stolz hat sich betrogen, Siehe! Lügen straft die Liebe mich; Männergröße hat dein Herz gelogen, Und im schwachen Kampf verkennst du dich. Stolz verschmähst du alle Mädchenherzen, Weil dir Luzia ihr großes Herz nicht gibt, Kindisch heuchelst du verbißne Schmerzen, Armer Heuchler! weil dich Luzia nicht liebt.
Weh! sie kann, sie kann mich nimmer lieben, Mir geraubt durch ein tyrannisch Joch, Nur die Wunde noch ist mir geblieben, Fühlst dus? Fühlst dus? Weib! die Wunde noch. Ha! ein Abgrund droht vor meinen Sinnen - Laß mich! laß mich! todesvolle Leidenschaft! Höllenflamme? willt du ewig brennen? Schone! schone! sie ist hin, des Kämpfers Kraft.
Hero
Lange schlummern ruhig all die Meinen, Stille atmet durch die Mitternacht; Auf dann! Hero! auf und laß das Weinen! Dank euch, Götter! Heros Mut erwacht. Fort ans Meer! ans Meer! es schäume die Welle, Brause der Sturm mir immer ins Angesicht! Fort ans Meer! ohn ihn ist alles Hölle - Liebe ängstet mich Arme - Sturm und Welle nicht.
Ruhig will ich da hinüberlauschen, Wo sein Hüttchen über Felsen hängt, Rufen will ichs in der Woge Rauschen, Wie sein Zaudern seine Hero kränkt. Ha! da wird er sich mutig von seinem Gestade Stürzen, Posidaons Kraft ihm Liebe verleihn, Lieb ihn leiten des Meeres furchtbare Pfade, Götter! wie wird - wie wird uns wieder sein? (sie kommt ans Meer)
Aber Himmel! - wie hoch die Wogen schäumen! So hätt ich den Sturm mir nicht gedacht. Weh! wie sie dräuend gegen mein Ufer sich bäumen! Stärkt mich, Götter, in dieser ernsten Nacht! - Nein! mir banget nicht um Tod und Leben - Tod und Leben, wie das Schicksal will! Liebe besieget die Schrecken, die um mich schweben, Schlangengezisch, und Skorpionen, und Löwengebrüll.
Jüngling! sieben solcher Schreckennächte Harr ich deiner, zager Jüngling, schon, Wenn mein Jüngling meiner Angst gedächte, O! er spräch Orkanen und Wogen Hohn. Oder hätt er den furchtbaren Eid gebrochen, Spottet er meiner im Arm der Buhlerin - Ha! so bin ich so leicht, so schön gerochen, Leicht und schön gerochen - ich sterbe hier um ihn.
Aber weg von mir! du Donnergedanke! Weg, das flüsterte mir die Hölle zu, Daß mein Jüngling, mein Leander, wanke, Nein! Geliebter! bleibe, bleibe du! Wann ich dich in diesen Wogen dächte, Deinen Pfad so schröcklich ungewiß, Nein! ich will einsam durchirren die Schreckennächte, Dein zu harren, Geliebter, ist ja schon so süß.
Aber horch! - o Himmel! - diese Töne - Wahrlich! es waren des Sturmes Töne nicht - Bist dus? - oder spielt die Narrenszene Täuschend mit mir ein grausames Traumgesicht? Götter! da ruft es ja wieder Hero! herüber, Flüstert ja wieder die Stimme der Liebe mir her - Auf! zu ihm, zu ihm in die Wogen hinüber, Wenn er ermattete - auf! dem Geliebten entgegen ins Meer.
Sieh! wie im Tanze, stürz ich zu dir vom Gestade, Liebe soll mir Posidaons Kraft verleihn, Liebe mich leiten des Meeres furchtbare Pfade - Götter! Götter! wie wird uns wieder sein! Kämpfend über den Wogen will ich ihn drücken, Drücken an Brust und Lippe mit Todesgefahr, Ha! und sink ich, so träumet mein Entzücken Noch im Abgrund fort, wie schön die Stunde war
Aber Götter! was seh ich? meinem Gestade Schon so nahe? - Gesiegt! mein Held hat gesiegt! Siehe! er schwebet verachtend die furchtbare Pfade Mutig einher, vom Meere gefällig gewiegt. (freudig) Ha! er soll mich suchen - da will ich lauschen Hinter diesem Felsen - (leise) Götter! wie schön! Wie die weiße Arme durch die Welle rauschen, Ach! so sehnend, so strebend nach Heros Ufer hin.
Aber Grauen des Orkus! Sterbegewimmer! Grauen des Orkus! dort dem Felsen zu! Wie? - so kenn ich diese Todentrümmer! Wehe! wehe, also siegtest du? - Aber weg! ihr höllische Schreckengesichte! Täuschende Furien! weg! er ist es nicht! So zerschmettern nicht der Götter Gerichte - (sie hält ihre Leuchte über den Toten hin) Aber dieses Lächeln auf dem Todengesicht -
Kennst dus? Hero! kennst dus? - Nimmer, nimmer Spricht das tode Lächeln Liebe dir - (sie weint heftig) Engelsauge! so ist erloschen dein Schimmer - Blicktest einst so heiße Liebe mir. Jüngling! erwecken dich nicht der Geliebten Tränen? Nicht die blutige Umarmungen? Jüngling! Jüngling! diese Todesmienen - Wehe! sie töden mich! wehe! diese Zuckungen.
Und er dacht in seiner Todesstunde, In der Kämpfe furchtbarstem noch dein - Hero! stammelt' er noch mit sterbendem Munde - Und so schröcklich muß sein Ende sein? Ha! und diese Liebe überleben - Ohne diesen Toden in der Welt - Weg! vor dem wird Hero nicht erbeben, Der zu diesem Toden die Einsame gesellt.
Wenig kurze schröckende Sekunden - Und du sinkst an deines Jünglings Brust, Und du hast ihn auf ewig wiedergefunden, Ewig umlächelt von hoher Elysiumslust - - (Pause ) Ha! ich habe gesiegt! an des Orkus Pforte Anzuklopfen - nein! ich bin nicht zu schwach! Hero! Hero! rief er, Götterworte! Stärkt mich! stärkt durchs Dunkle mich! ich folge nach.
Die Teck
Ah! so hab ich noch die Traubenhügel erstiegen, Ehe der leuchtende Strahl an der güldenen Ferne hinabsinkt. Und wie wohl ist mir! Ich streck im stolzen Gefühle - Als umschlänge mein Arm das Unendliche - auf zu den Wolken Meine gefaltete Hände, zu danken im edlen Gefühle, Daß er ein Herz mir gab, dem Schaffer der edlen Gefühle. Mich mit den Frohen zu freuen, zu schauen den herbstlichen Jubel, Wie sie die köstliche Traube mit heiterstaunendem Blicke Über sich halten, und lange noch zaudern, die glänzende Beere In des Kelterers Hände zu geben - wie der gerührte Silberlockigte Greis an der abgeernteten Rebe Königlich froh zum herbstlichen Mahle sich setzt mit den Kleinen, O! und zu ihnen spricht aus der Fülle des dankenden Herzens: Kinder! am Segen des Herrn ist alles, alles gelegen -- Mich mit den Frohen zu freuen, zu schauen den herbstlichen Jubel, War ich herauf von den Hütten der gastlichen Freundschaft gegangen. Aber siehe! allmächtig reißen mich hin in ernste Bewundrung Gegenüber die waldigte Riesengebirge. - Laß mich vergessen, Laß mich deine Lust, du falbigte Rebe, vergessen, Daß ich mit voller Seele sie schaue, die Riesengebirge! Ha! wie jenes so königlich über die Brüder emporragt! Teck ist sein Name. Da klangen einst Harnische, Schwerder ertönten Zwischen den moosigten Mauren der Fürsten und blinkende Helme. Eisern waren und groß und bieder seine Bewohner. Mit dem kommenden Tag stand über den moosigten Mauren In der ehernen Rüstung der Fürst, sein Gebirge zu schauen. Mein dies Riesengebirge - so stolz - so königlich herrlich - ? Sprach er mit ernsterer Stirne, mit hohem, denkendem Auge - Mein die trotzende Felsen? die tausendjährige Eichen? Ha! und ich? - und ich? - bald wäre mein Harnisch gerostet, O! der Schande! mein Harnisch gerostet in diesem Gebirge. Aber ich schwör - ich schwör, ich meide mein Riesengebirge, Fliehe mein Weib, verlasse das blaue redliche Auge, Bis ich dreimal gesiegt im Kampfe des Bluts und der Ehre. Trage mich mein Roß zu deutscher stattlicher Fehde Oder wider der Christenfeinde wütende Säbel - Bis ich dreimal gesiegt, verlaß ich das stolze Gebirge. Unerträglich! stärker als ich, die trotzende Felsen, Ewiger, als mein Name, die tausendjährige Eichen! Bis ich dreimal gesiegt, verlaß ich das stolze Gebirge. Und er ging und schlug, der feurige Fürst des Gebirges. Ja! so erheben die Seele, so reißen sie hin in Bewundrung, Diese felsigte Mitternachtswälder, so allerschütternd Ist sie, die Stunde, da ganz es fühlen, dem Herzen vergönnt ist. - Bringet ihn her, den frechen Spötter der heilsamen Wahrheit, O! und kommet die Stunde, wie wird er staunen, und sprechen: Wahrlich! ein Gott, ein Gott hat dieses Gebirge geschaffen. Bringet sie her, des Auslands häßlich gekünstelte Affen, Bringet sie her, die hirnlos hüpfende Puppen, zu schauen Dieses Riesengebirge so einfach schön, so erhaben; O und kommet die Stunde, wie werden die Knaben erröten, Daß sie Gottes herrlichstes Werk so elend verzerren. - Bringet sie her, der deutschen Biedersitte Verächter, Übernachtet mit ihnen, wo Moder und Disteln die graue Trümmer der fürstlichen Mauern, der stolzen Pforten bedecken, Wo der Eule Geheul, und des Uhus Totengewimmer Ihnen entgegenruft aus schwarzen, sumpfigten Höhlen. Wehe! wehe! so flüstern im Sturme die Geister der Vorzeit, Ausgetilget aus Suevia redliche biedere Sitte! Ritterwort, und Rittergruß, und traulicher Handschlag! - Laßt euch mahnen, Suevias Söhne! Die Trümmer der Vorzeit! Laßt sie euch mahnen! Einst standen sie hoch, die gefallene Trümmer, Aber ausgetilget ward der trauliche Handschlag, Ausgetilget das eiserne Wort, da sanken sie gerne, Gerne hin in den Staub, zu beweinen Suevias Söhne. Laßt sie euch mahnen, Suevias Söhne! die Trümmer der Vorzeit! Beben werden sie dann, der Biedersitte Verächter, Und noch lange sie seufzen, die fallverkündende Worte - Ausgetilget aus Suevia redliche biedere Sitte! Aber nein! nicht ausgetilget ist biedere Sitte, Nicht ganz ausgetilget aus Suevias friedlichen Landen - - O mein Tal! mein Teckbenachbartes Tal! - ich verlasse Mein Gebirge, zu schauen im Tale die Hütten der Freundschaft. Wie sie von Linden umkränzt bescheiden die rauchende Dächer Aus den Fluren erheben, die Hütten der biederen Freundschaft. O ihr, die ihr fern und nahe mich liebet, Geliebte! Wärt ihr um mich, ich drückte so warm euch die Hände, Geliebte Jetzt, o! jetzt über all den Lieblichkeiten des Abends. Schellend kehren zurück von schattigten Triften die Herden, Und fürs dritte Gras der Wiesen, im Herbste noch fruchtbar, Schneidend geklopfet ertönt des Mähers blinkende Sense. Traulich summen benachbarte Abendglocken zusammen, Und es spielet der fröhliche Junge dem lauschenden Mädchen Zwischen den Lippen mit Birnbaumblättern ein scherzendes Liedchen. Hütten der Freundschaft, der Segen des Herrn sei über euch allen! Aber indessen hat mein hehres Riesengebirge Sein gepriesenes Haupt in nächtliche Nebel verhüllet, Und ich kehre zurück in die Hütten der biederen Freundschaft.
Am Tage der Freundschaftsfeier
Ihr Freunde! mein Wunsch ist, Helden zu singen, Meiner Harfe erster Laut, Glaubt es, ihr Freunde! Durchschleich ich schon so stille mein Tal, Flammt schon mein Auge nicht feuriger, Meiner Harfe erster Laut War Kriegergeschrei und Schlachtengetümmel.
Ich sah, Brüder! ich sah Im Schlachtengetümmel das Roß Auf röchelnden Leichnamen stolpern, Und zucken am sprudelnden Rumpf Den grausen gespaltenen Schädel, Und blitzen und treffen das rauchende Schwert, Und dampfen und schmettern die Donnergeschütze, Und Reuter hin auf Lanzen gebeugt, Mit grimmiger Miene Reuter sich stürzen Und unbeweglich, wie eherne Mauren, Mit furchtbarer Stille Und todverhöhnender Ruhe Den Reutern entgegen sich strecken die Lanzen.
Ich sah, Brüder! ich sah Des kriegrischen Suezias eiserne Söhne Geschlagen von Pultawas wütender Schlacht. Kein wehe! sprachen die Krieger, Von den blutiggebißnen Lippen Ertönte kein Lebewohl - Verstummet standen sie da, In wilder Verzweiflung da Und blickten es an, das rauchende Schwert, Und schwangen es höher, das rauchende Schwert, Und zielten - und zielten - Und stießen es sich bitterlächelnd In die wilde brausende Brust.
Noch vieles will ich sehen, Ha! vieles noch! vieles noch! Noch sehen Gustavs Schwertschlag, Noch sehen Eugenius Siegerfaust.
Doch möcht ich, Brüder! zuvor In euren Armen ausruhn, Dann schweb ich wieder mutiger auf, Zu sehen Gustavs Schwertschlag, Zu sehen Eugenius Siegerfaust.
Willkommen, du! - Und du! - Willkommen! Wir drei sinds? Nun! so schließet die Halle. Ihr staunt, mit Rosen bestreut Die Tische zu sehen, und Weihrauch Am Fenster dampfend, Und meine Laren - Den Schatten meiner Stella, Und Klopstocks Bild und Wielands, - Mit Blumen umhängt zu sehen.
Ich wollt in meiner Halle Chöre versammeln Von singenden rosichten Mädchen Und kränzetragenden blühenden Knaben, Und euch empfangen mit Saitenspiel, Und Flötenklang, und Hörnern, und Hoboën.
Doch - schwur ich nicht, ihr Freunde, Am Mahle bei unsers Fürsten Fest, Nur Einen Tag mit Saitenspiel Und Flötenklang, und Hörnern und Hoboën, Mit Chören von singenden rosichten Mädchen, Und kränzetragenden blühenden Knaben Nur Einen Tag zu feiren?
Den Tag, an dem ein Weiser Und biedere Jünglinge, Und deutsche Mädchen Zu meiner Harfe sprächen: Du tönst uns, Harfe, lieblich ins Ohr, Und hauchst uns Edelmut, Und hauchst uns Sanftmut in die Seele.
Aber heute, Brüder! O, kommt in meine Arme! Wir feiern das Fest Der Freundschaft heute.
Als jüngst zum erstenmal wieder Der Mäher des Morgens die Wiese Entkleidete, und der Heugeruch Jetzt wieder zum erstenmal Durchdüftete mein Tal:
Da war es, Brüder! O da war es! Da schlossen wir unsern Bund, Den schönen, seligen, ewigen Bund.
Ihr hörtet so oft mich sprechen, Wie lang es mir werde, Bei diesem Geschlechte zu wohnen, Ihr sahet den Lebensmüden In den Stunden seiner Klage so oft.
Da stürmt ich hinaus in den Sturm, Da sah ich aus der vorüberjagenden Wolke Die Helden der eisernen Tage herunterschaun. Da rief ich den Namen der Helden In des hohlen Felsen finstres Geklüft, Und siehe! der Helden Namen Rief ernster mir zurück Des hohlen Felsen finstres Geklüft.
Da stolpert ich hin auf dornigten Trümmern Und drang durchs Schlehengebüsch in den alternden Turm Und lehnte mich hin an die schwärzliche Wände Und sprach mit schwärmendem Auge an ihm hinauf:
Ihr Reste der Vorzeit! Euch hat ein nervigter Arm gebaut, Sonst hätte der Sturm die Wände gespalten, Der Winter den moosigten Wipfel gebeugt; Da sollten Greise um sich Die Knaben und Mädchen versammlen Und küssen die moosigte Schwelle, Und sprechen: Seid wie eure Väter! Aber an euren steinernen Wänden Rauschet dorrendes Gras herab, In euren Wölbungen hangt Zerrißnes Spinnengewebe - Warum, ihr Reste der Vorzeit, Den Fäusten des Sturmes trotzen, den Zähnen des Winters.
O Brüder! Brüder! Da weinte der Schwärmer blutige Tränen, Auf die Disteln des Turmes, Daß er vielleicht noch lange Verweilen müsse unter diesem Geschlechte, Da sah er all die Schande Der weichlichen Teutonssöhne, Und fluchte dem verderblichen Ausland, Und fluchte den verdorbnen Affen des Auslands, Und weinte blutige Tränen, Daß er vielleicht noch lange Verweilen müsse unter diesem Geschlechte.
Doch siehe, es kam Der selige Tag - O Brüder, in meine Arme! - O Brüder, da schlossen wir unsern Bund, Den schönen, seligen, ewigen Bund.
Da fand ich Herzen, - Brüder, in meine Arme! - Da fand ich eure Herzen.
Jetzt wohn ich gerne Unter diesem Geschlechte, Jetzt werde der Toren Immer mehr! immer mehr! Ich habe eure Herzen.
Und nun - ich dachte bei mir An jenem Tage, Wann zum erstenmal wieder Des Schnitters Sichel Durch die goldene Ähren rauscht, So feir ich ihn, den seligen Tag.
Und nun - es rauschet zum erstenmal wieder Des Schnitters Sichel durch die goldene Saat, Jetzt laßt uns feiren, Laßt uns feiren In meiner Halle den seligen Tag.
Es warten jetzt in euren Armen Der Freuden so viel auf mich, O Brüder! Brüder! Der edlen Freuden so viel.
Und hab ich dann ausgeruht In euren Armen, So schweb ich mutiger auf, Zu schauen Gustavs Schwertschlag, Zu schauen Eugenius Siegerfaust.
An Louise Nast
Laß sie drohen, die Stürme, die Leiden Laß trennen - der Trennung Jahre, Sie trennen uns nicht! Sie trennen uns nicht! Denn mein bist du! Und über das Grab hinaus Soll sie dauren, die unzertrennbare Liebe.
O! wenns einst da ist, Das große selige Jenseits, Wo die Krone dem leidenden Pilger, Die Palme dem Sieger blinkt, Dann, Freundin - lohnet auch Freundschaft - Auch Freundschaft - der Ewige
Männerjubel
Erhabne Tochter Gottes! Gerechtigkeit, Die du den Dreimalheilgen von Anbeginn Umstrahltest, und umstrahlen wirst am Tage der ernsten Gerichtsposaune.
Und du, o Freiheit! heiliger Überrest Aus Edens Tagen! Perle der Redlichen! In deren Halle sich der Völker Kronen begrüßen, und Taten schwören.
Und du, der Geisterkräfte gewaltigste! Du löwenstolze! Liebe des Vaterlands! Die du auf Mordgerüsten lächelst, Und in dem Blute gewälzt, noch siegest.
Wer wagts, zu türmen Riesengebirge sich, Zu schaun den Anfang eurer Erhabenheit? Wer gründt der Tiefen tiefste aus, nach Euch sich zu beugen, vor euch, Erhabne?
Und wir - o tönet, tönet den Jubel nach, Ihr ferne Glanzgefilde des Uranus! O beugt euch nieder, Orione! Beugt euch! wir sind der Erhabnen Söhne.
Es glimmt in uns ein Funke der Göttlichen; Und diesen Funken soll aus der Männerbrust Der Hölle Macht uns nicht entreißen! Hört es, Despotengerichte, hört es!
Ihn senkte, seine Welt zu verherrlichen, Der Gott der Götter Adams Geschlecht ins Herz, Des preisen wir den Gott der Götter! Hört es, ihr Knechte des Lügners, hört es
Was überwiegt die Wonne, der Herrlichen, Der Töchter Gottes würdiger Sohn zu sein? Den Stolz, in ihrem Heiligtum zu Wandeln, zu dulden um ihretwillen?
Und lärmten gleich dem hadernden Ozean Despotenflüche geifernd auf uns herab, Vergiftete das Schnauben ihrer Rache, wie Syrias Abendlüfte -
Und dräute tausendarmigter Pöbel, uns Zu würgen, tausendzüngigte Pfaffenwut Mit Bann den Neuerern; es lachen Ihrer die Söhne der Töchter Gottes.
Und würden unsre Kinder vom Schwert verfolgt, Zu heulen über uns in der Finsternis Des Wolfs, und mit dem Löwen seine Beute zu teilen, bei Kannibalen
Sich Väter, und im Sande von Afrika Das Gastrecht aufzusuchen, sie dulden gern, Verlachen eure Blutgerüste, Folgen den Vätern zu Schwert und Folter.
Drum tönet, tönet, tönet den Jubel nach, Ihr ferne Glanzgefilde des Uranus, Drum beugt euch nieder, Orione! Beugt euch! wir sind der Erhabnen Söhne
Die Bücher der Zeiten
Herr! Herr! Unterwunden hab ich mich, Zu singen dir Bebenden Lobgesang.
Dort oben In all der Himmel höchstem Himmel, Hoch über dem Siriusstern, Hoch über Uranus Scheitel,
Wo von Anbeginn Wandelte der heilige Seraph Mit feirender, erbebender Anbetung Ums Heiligtum des Unnennbaren,
Da steht im Heiligtum ein Buch Und im Buche geschrieben All die Millionenreihen Menschentage -
Da steht geschrieben - Länderverwüstung und Völkerverheerung, Und feindliches Kriegergemetzel, Und würgende Könige - Mit Roß und Wagen, Und Reuter und Waffen, Und Szepter um sich her; Und giftge Tyrannen, Mit grimmigem Stachel, Tief in der Unschuld Herz. Und schröckliche Fluten Verschlingend die Frommen, Verschlingend die Sünder, Zerreißend die Häuser Der Frommen, der Sünder. Und fressende Feuer - Paläste und Türme Mit ehernen Toren, Gigantischen Mauern Zernichtend im Augenblick. Geöffnete Erden Mit schwefelndem Rachen Ins rauchende Dunkel Den Vater, die Kinder, Die Mutter, den Säugling, In Wehegeröchel Und Sterbegewinsel Hinuntergurgelnd. -
Da steht geschrieben Vatermord! Brudermord Säuglinge blaugewürgt! Greulich! Greulich! Um ein Linsengericht Därmzerfressendes Gift Dem guten, sicheren Freund gemischt. - Hohlaugigte Krüppel, Ihrer Onansschande Teuflische Opfer -. Kannibalen Von Menschenbraten gemästet - Nagend an Menschengebein, Aus Menschenschädel saufend Rauchendes Menschenblut. Wütendes Schmerzgeschrei Der Geschlachteten über dem Bauchzerschlitzenden Messer. Des Feindes Jauchzen Über dem Wohlgeruch, Welcher warm dampft Aus dem Eingeweid. -
Da steht geschrieben - Die Verzweiflung schwarz Am Strick um Mitternacht Noch im quälenden Lebenskampf Die Seel - am höllenahenden Augenblick.
Da steht geschrieben - Der Vater verlassend Weib und Kind im Hunger, Zustürzend im Taumel Dem lockenden süßlichen Lasterarm. - Im Staub das Verdienst Zurück von der Ehre Ins Elend gestoßen Vom Betrüger - Im Lumpengewand Einher der Wanderer, Bettelnahrung zu suchen Dem zerstümmelten Gliederbau.
Da steht geschrieben Des heitern, rosigen Mädchens Grabenaher Fieberkampf; Der Mutter Händeringen, Des donnergerührten Jünglings Wilde stumme Betäubung. (Eine Pause im Gefühl)
Furchtbarer, Furchtbarer! Das all, all im Buche geschrieben, Furchtbarer, Furchtbarer!
Ha die Greuel des Erdgeschlechts! Richter! Richter! Warum vertilgt mit dem Flammenschwert All die Greuel von der Erde Der Todesengel nicht?
Gerechter, sieh, die Gerichte Treffen den Frommen, den Sünder, Die Fluten, die Feuer, Die Erdegerichte all.
Aber sieh, ich schweige - Das sei dir Lobgesang! Du, der du lenkst Mit weiser, weiser Allmachtshand
Das bunte Zeitengewimmel. (Wieder eine Pause)
Halleluja, Halleluja, Der da denkt Das bunte Zeitengewimmel, Ist Liebe!!! Hörs Himmel und Erde! Unbegreiflich Liebe!
Es steht im Heiligtum ein Buch Und im Buche geschrieben All die Millionenreihen Menschentage -
Da steht geschrieben Jesus Christus Kreuzestod! Des Sohnes Gottes Kreuzestod! Des Lamms auf dem Throne Kreuzestod! Selig zu machen alle Welt, Engelswonne zu geben Seinen Glaubigen. - Der Seraphim, Cherubim Staunende Still Weit in den Himmelsgefilden umher - Des Harfenklangs Verstummen, Kaum atmend der Strom ums Heiligtum. Anbetung - Anbetung - Über des Sohnes Werk, Welcher erlöst Ein gefallen Greuelgeschlecht.
Da steht geschrieben - Der gestorben ist, Jesus Christus, Abschüttelnd im Felsen den Tod! Heraus in der Gotteskraft Allgewalt! Und lebend - lebend Zu rufen dereinst dem Staub: Kommet wieder, Menschenkinder! Jetzt tönt die Posaun Ins unabsehliche Menschengewimmel Zum Richtstuhl hinan! Zum Richtstuhl! Zum Lohn, der aufstellt Der Gerechtigkeit Gleichgewicht!
Jammerst du jetzt noch, Frommer? Unter der Menschheit Druck? Und, Spötter, spottest du In tanzenden Freuden Noch des furchtbarn Richtstuhls?
Da steht geschrieben - Menschliches Riesenwerk, Stattlich einherzugehn Auf Meerestiefen! Ozeanswanderer! Stürmebezwinger! Schnell mit der Winde Fron Niegesehene Meere Ferne von Menschen und Land Mit stolzen brausenden Segeln Und schaurlichen Masten durchkreuzend. Leviathanserleger Lachend des Eisgebürgs, Weltenentdecker Niegedacht von Anbeginn.
Da steht geschrieben - Völkersegen, Brots die Fülle, Lustgefilde Überall - Allweit Freude Niederströmend Von der guten Fürstenhand.
An die Vollendung
Vollendung! Vollendung! - O du der Geister heiliges Ziel! Wann werd ich siegestrunken Dich umfahen und ewig ruhn?
Und frei und groß Entgegenlächeln der Heerschar, Die zahllos aus den Welten In den Schoß dir strömt?
Ach ferne, ferne von dir! Mein göttlichster, schönster Gedanke War, wie der Welten Fernstes Ende, ferne von dir!
Und fleugt auf des Sturmes Flügeln Aeonen lang die Liebe dir zu, Noch schmachtet sie ferne von dir, Ach! ferne, ferne von dir!
Doch kühner gewaltiger Unaufhaltbarer immer Fleugt durch Myriaden Aeonen Dir zu die glühende Liebe.
Voll hoher Einfalt, Einfältig still und groß Rangen des Siegs gewiß, Rangen dir zu die Väter.
Ihre Hülle verschlang die Zeit, Verwest, zerstreut ist der Staub, Doch rang des Sieges gewiß Der Funke Gottes, ihr Geist, dir zu.
Sind sie eingegangen zu dir, Die da lebten im Anbeginn? Ruhen, ruhen sie nun, Die frommen Väter?
Vollendung! Vollendung! Der Geister heiliges Ziel! Wann werd ich siegestrunken Dich umfahen und ewig ruhn?
Die heilige Bahn
Ist also dies die heilige Bahn? Herrlicher Blick - o trüge mich nicht! Diese geh ich?? schwebend auf des Liedes Hoher fliegender Morgenwolke?
Und welch ist jene? künstlich gebaut Eben hinaus, mit Marmor beschränkt, Prächtig gerad, gleich den Sonnenstrahlen An der Pforte ein hoher Richtstuhl?
Ha! wie den Richtstuhl Purpur umfließt, Und der Smaragd, wie blendend er glänzt, Und auf dem Stuhl, mit dem großen Szepter Aristoteles hinwärts blickend
Mit hellem scharfem Aug auf des Lieds Feurigen Lauf - und jenes Gebirg Eilt sie hinweg - mutig in die Täler Stürzt sie, ungestüm, und ihr Boden
Ist wie des Nordens Flammengewölk, Wallend vom Tritt des rennenden Gangs - Waffengeräusch rauschen seine Tritte Über alternde Wolkenfelsen.
Ha! sie ist heiß, die heilige Bahn - Ach wie geübt der Große dort rennt, Um ihn herum - wie da Staunen wimmelt, Freunde - Vaterland - fernes Ausland.
Und ich um ihn mit Mückengesums Niedrig - im Staub - Nein, Großer, das nicht. Mutig hinan! - ! - Wanns nun da ist, voll ist...
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