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Der Mohrenfürst
1.
Sein Heer durchwogte das Palmental. Er wand um die Locken den Purpurshawl; Er hing um die Schultern die Löwenhaut; Kriegerisch klirrte der Becken Laut.
Wie Termiten wogte der wilde Schwarm. Den goldumreiften, den schwarzen Arm Schlang er um die Geliebte fest: "Schmücke dich, Mädchen, zum Siegesfest!
Sieh, glänzende Perlen bring' ich dir dar! Sie flicht durch dein krauses, schwarzes Haar! Wo Persias Meerflut Korallen umzischt, Da haben sie triefende Taucher gefischt.
Sieh, Federn vom Strauße! laß sie dich schmücken, Weiß auf dein Antlitz, das dunkle, nicken! Schmücke das Zelt! bereite das Mahl! Fülle, bekränze den Siegespokal!"
Aus dem schimmernden weißen Zelte hervor Tritt der schlachtgerüstete fürstliche Mohr; So tritt aus schimmernder Wolken Tor Der Mond, der verfinsterte, dunkle, hervor.
Da grüßt ihn jubelnd der Seinen Ruf, Da grüßt ihn stampfend der Rosse Huf. Ihm rollt der Neger treues Blut, Und des Nigers rätselhafte Flut.
"So führ' uns zum Siege, so führ' uns zur Schlacht!" Sie stritten vom Morgen bis tief in die Nacht. Des Elefanten gehöhlter Zahn Feuerte schmetternd die Kämpfer an.
Es fleucht der Leu, es fliehn die Schlangen Vor dem Rasseln der Trommel, mit Schädeln behangen, Hoch weht die Fahne, verkündend Tod: Das Gelb der Wüste färbt sich rot. -
So tobt der Kampf im Palmental! Sie aber bereitet daheim das Mahl; Sie füllt den Becher mit Palmensaft, Umwindet mit Blumen der Zeltstäbe Schaft.
Mit Perlen, die Persias Flut gebar, Durchflicht sie das krause, schwarze Haar, Schmückt die Stirne mit wallenden Federn und Den Hals und die Arme mit Muscheln bunt.
Sie setzt sich vor des Geliebten Zelt; Sie lauscht, wie ferne das Kriegshorn gellt. Der Mittag brennt und die Sonne sticht: Die Kränze welken, sie achtet's nicht.
Die Sonne sinkt, und der Abend siegt; Der Nachttau rauscht, und der Glühwurm fliegt. Aus dem lauen Strom blickt das Krokodil, Als ob es der Kühle genießen will.
Es regt sich der Leu und brüllt nach Raub, Elefantenrudel durchrauschen das Laub. Die Giraffe sucht des Lagers Ruh', Augen und Blumen schließen sich zu.
Ihr Busen schwillt vor Angst empor; Da naht ein flüchtiger, blutender Mohr. "Verloren die Hoffnung! verloren die Schlacht! Dein Buhle gefangen, gen Westen gebracht!
Ans Meer! den blanken Menschen verkauft!" Da stürzt sie zur Erde, das Haar zerrauft, Die Perlen zerdrückt sie mit zitternder Hand, Birgt die glühnde Wange im glühenden Sand.
2.
Auf der Messe, da zieht es, da stürmt es hinan Zum Zirkus, zum glatten, geebneten Plan. Es schmettern Trompeten, das Becken klingt, Dumpf wirbelt die Trommel, Bajazzo springt.
Herbei, herbei! - das tobt und drängt; Die Reiter fliegen; die Bahn durchsprengt Der Türkenrapp' und der Britenfuchs! Die Weiber zeigen den üppigen Wuchs.
Und an der Reitbahn verschleiertem Tor Steht ernst ein krausgelockter Mohr; Die türkische Trommel schlägt er laut, Auf der Trommel liegt eine Löwenhaut.
Er sieht nicht der Reiter zierlichen Schwung, Er sieht nicht der Rosse gewagten Sprung. Mit starrem, trocknem Auge schaut Der Mohr auf die zottige Löwenhaut.
Er denkt an den fernen, fernen Niger, Und daß er gejagt den Löwen, den Tiger; Und daß er geschwungen im Kampfe das Schwert, Und daß er nimmer zum Lager gekehrt;
Und daß sie Blumen für ihn gepflückt, Und daß sie das Haar mit Perlen geschmückt - Sein Auge ward naß, mit dumpfem Klang Schlug er das Fell, daß es rasselnd zersprang.
"Prinz Eugen, der edle Ritter"
Zelte, Posten, Werda-Rufer! Lust'ge Nacht am Donauufer! Pferde stehn im Kreis umher Angebunden an den Pflöcken; An den engen Sattelböcken Hangen Karabiner schwer.
Um das Feuer auf der Erde, Vor den Hufen seiner Pferde Liegt das östreich'sche Pikett. Auf dem Mantel liegt ein jeder, Von den Tschakos weht die Feder, Leutnant würfelt und Kornett.
Neben seinem müden Schecken Ruht auf einer wollnen Decken Der Trompeter ganz allein: "Laßt die Knöchel, laßt die Karten! Kaiserliche Feldstandarten Wird ein Reiterlied erfreun!
Vor acht Tagen die Affäre Hab' ich, zu Nutz dem ganzen Heere, In gehör'gen Reim gebracht; Selber auch gesetzt die Noten; Drum, ihr Weißen und ihr Roten! Merket auf und gebet acht!"
Und er singt die neue Weise Einmal, zweimal, dreimal leise Denen Reitersleuten vor; Und wie er zum letzten Male Endet, bricht mit einem Male Los der volle kräft'ge Chor:
"Prinz Eugen, der edle Ritter!" Hei, das klang wie Ungewitter Weit ins Türkenlager hin. Der Trompeter tät den Schnurrbart streichen, Und sich auf die Seite schleichen Zu der Marketenderin.
Die seidne Schnur
1.
Im Harem weilt der Großwesir; Mit Dolch und Flinte vor der Tür Steht Wache haltend der Arnaut; Auf eines Tigers bunter Haut
Liegt der Gebieter. - Schleierlos, Kein Gurt umfängt den vollen Schoß; Aus Purpurfalten glänzt wie Schnee Ihr Fuß mit ringgeschmückter Zeh';
Entfesselt rollt ihr Haupthaar hin - Ruht schlummernd die Zirkassierin An seiner Brust! Vom Kaukasus Der Demant glänzt am Bosporus.
Sein Auge glüht; sein Barthaar wallt Auf die wollüstige Gestalt. Sie träumt; sie lächelt; der Email Der Zähne glänzt! - "Birgt dein Serail,
Soliman, solch ein Weib?" - Er sinkt Zu ihr hinab, brünstig umschlingt Er sie, berauscht von ihrem Hauch, Von Moschusduft und Ambrarauch.
2.
"Ein Reitertrupp! - der Aga der Eunuchen, Jussuf!" - "Bringt ihn her!" - Jussuf, der Neger aus Dar Fur, Reicht grinsend ihm - die seidne Schnur.
3.
Wie die Oase der Samum Versengt, gleichwie das Opium Betäubt, wie gift'gen Hauchs die Pest Hinwirft und ihren Raub nicht läßt:
So treffen des Verschnittnen Worte Den Großwesir der hohen Pforte. Sein Mund wird blau, sein Antlitz fahl, In Stücke reißt er seinen Schal.
"Daß dich des Blitzes Glut versehrt, O Maulbeerbaum, der du genährt Den Wurm, der diese Seide spann! Verdorren soll die Hand dem Mann,
Der knechtisch diese Schnur gedreht, Die - von Roßschweifen einst unweht! An Leilas - meine Zeit ist um! Das Schicksal will es! - Opium!
Ha, daß mich kein Rhodiser Spieß Im Handgemenge jäh durchstieß! Ha, daß mich nicht im goldnen Mörser Zerstampfte der siegtrunkne Perser!
Ich ward verschont! - der Strang von Seide War mir bestimmt" - er sinnt; der Scheide Nimmt er den Dolch; hin fliegt die Schnur Auf des Gemaches Teppichflur.
Leilas Gelock, lang, wallenden Falls, Schlingt er sich um den sehn'gen Hals; Fest knüpft er es; sie schläft; das Erz Stößt er ihr abgewandt durchs Herz.
Sie zuckt empor; sie will entfliehn; Die Haare - sie erdrosselt ihn! Um seinen Mund spielt gräßlich Lächeln, Dumpf durchs Gemach schallt beider Röcheln.
Der Tod des Führers
"Von den Segeln tropft der Nebel, Auf den Buchten zieht der Duft. Zündet die Latern' am Maste! Grau das Wasser, grau die Luft. Totenwetter! - zieht die Hüte! Mit den Kindern kommt und Fraun! Betet! denn in der Kajüte Sollt ihr einen Toten schaun!"
Und die deutschen Ackersleute Schreiten dem aus Boston nach, Treten mit gesenktem Haupte In das niedre Schiffsgemach. Die nach einer neuen Heimat Ferne steuern übers Meer, Sehn im Totenhemd den Alten, Der sie führte bis hieher;
Der aus leichten Tannenbrettern Zimmerte den Hüttenkahn, Der vom Neckar sie zum Rheine Trug, vom Rhein zum Ozean; Der, ein Greis, sich schweren Herzens Losriß vom ererbten Grund; Der da sagte: "Laßt uns ziehen! Laßt uns schließen einen Bund!"
Der da sprach: "Brecht auf nach Abend! Abendwärts glüht Morgenrot! Dorten laßt uns Hütten bauen, Wo die Freiheit hält das Lot! Dort laßt unsern Schweiß uns säen, Wo, kein totes Korn, er liegt! Dort laßt uns die Scholle wenden, Wo die Garben holt, wer pflügt!
Lasset unsern Herd uns tragen In die Wälder tief hinein! Lasset mich in den Savannen Euren Patriarchen sein! Laßt uns leben wie die Hirten In dem Alten Testament! Unsres Weges Feuersäule Sei das Licht, das ewig brennt!
Dieses Lichtes Schein vertrau' ich, Seine Führung führt uns recht! Selig in den Enkeln schau' ich Ein erstandenes Geschlecht! Sie - ach, diesen Gliedern gönnte Noch die Heimat wohl ein Grab! Um der Kinder willen greif' ich Hoffend noch zu Gurt und Stab.
Auf darum, und folgt aus Gosen Der Vorangegangenen Spur!" - Ach, er schauete, gleich Mosen, Kanaan von ferne nur. Auf dem Meer ist er gestorben, Er und seine Wünsche ruhn; Der Erfüllung und der Täuschung Ist er gleich enthoben nun!
Ratlos die verlaßne Schar jetzt, Die den Greis bestatten will. Scheu verbergen sich die Kinder, Ihre Mütter weinen still. Und die Männer schaun beklommen Nach den fernen Uferhöhn, Wo sie fürder diesen Frommen Nicht mehr bei sich wandeln sehn.
"Von den Segeln tropft der Nebel, Auf den Buchten zieht der Duft! Betet! laßt die Seile fahren! Gebt ihn seiner nassen Gruft!" Tränen fließen, Wellen rauschen, Gellen Schreis die Möwe fliegt; In der See ruht, der die Erde Fünfzig Jahre lang gepflügt.
Eine Geusenwacht
Es war bei einem Zapfer Im Weichbild Rotterdams, Da becherten sie tapfer In Federhut und Wams. Sie ritten nach Blissingen, Und wollten ziehn vor Tag; Mit Trinken und mit Singen Hält man sich leichtlich wach.
Die Maas ist zugefroren, Von Eis glänzt jede Gracht. Den Mantel um die Ohren, Steht vor der Tür die Wacht. Eiszapfen, Schneegeträufel Liebt auch kein Hell'bardier! "Die Zapfen hol' der Teufel! Den Zapfen lob' ich mir!"
Doch drinnen, aufzutauen Den Frierer auf der Hut, Schallt's: "Wilhelm von Nassauen Bin ich, von deutschem Blut. Ein Prinze von Oranien Bin ich frei unverwehrt! Den König von Hispanien Hab' ich allzeit geehrt."
Er stellt sich vor die Scheiben Und schaut in das Gemach: Da ist ein wüstes Treiben, Da spricht man von der Sach', Für die man ziehn und fechten, Und Blut will lassen gern. Sie reden und sie rechten, Die knebelbärt'gen Herrn.
Gescheuert an den Wänden Reihn sich die Fässer blank; Die Wirtin mit behenden Schenkmädchen übt den Schank. Ihr Haar schmückt statt des Bandes Ein Goldblech, kriegrisch schier; Der Frauen dieses Landes Gewohnte Schläfenzier.
Das eilt sich - an den Tischen Wird oft der Krug geleert; Da sitzen die Reiter, zwischen Den Knien ihr gutes Schwert. Wohl ist des Hutes Feder Von Pulverdampf vergilbt: Doch keck hat ihn ein jeder Aufs blonde Haar gestülpt;
Und keck wird er geschwungen, Der Wein spritzt in die Höh', Von fünfundzwanzig Zungen Vernimmt man: "Vivent les Gueux!" Und wenn die Krüge tröpfeln, Wenn jeder Kelch geleert, Dann werden mit den Klöpfeln Die Gläser umgekehrt.
Dann gibt's ein helles Klingen, Dann werden Glocken draus, Dann läuten sie mit Singen König und Herzog aus. Dann greift ein jeder Reiter Von selbst nach seinem Schwert, Dann singt ein jeder Läuter, Daß man es weithin hört:
"Rasch, siebenzehn Provinzen, Stellt euch nun auf den Fuß! Empfanget nun den Prinzen Mit freundelichem Gruß! Stellt euch zu sein'n Panieren, Jeder als treuer Mann! Tut helfen verlogieren Duc d'Alve, den Tyrann!
Nicht um euch zu verderben, Kommt er, dies treulich glaubt! Er läßt euch wiedrum erben, Was man euch hat geraubt. Zu gut dem König von Spanien Tut offenen Beistand Dem Prinzen von Oranien, Als seinem Leutenant.
Sein' Trommeln und Trompeten Bringen euch kein Dangier!" - "Das klebt am Tisch wie Kletten!" Spricht da der Hell'bardier. Er ruft: "Nun laßt uns jagen Zum Grafen von Lumé! Es fängt schon an zu tagen, Auch leuchtet uns der Schnee!"
Sie hören auf zu schellen! "Ruft der uns schon zu Hauf?" Sie ziehen aus den Ställen Die Ross' und sitzen auf. Es geht im scharfen Trotte Durch die bereifte Früh'; Gen Süden von der Rotte Zur Schelde traben sie.
Lieve Heere
Der Spanier liegt vor Zierikzee Mit seinen Schiffen all; Die Bürger drinnen hungern sehr, Und fürchten nahen Fall.
Sie sagen: "Wer nimmt diesen Brief Und trägt ihn durch das Meer? Dem Prinzen bringt er einen Brief, Und uns bringt er ein Heer."
Da waren in der Feste zwei, Die sprachen: "Wir! gebt her!" Lieve Heere war des einen Nam', Jan Schagt des andern der.
Jedweder nähte seinen Brief Wohl in sein ledern Wams, Und stürzte sich ins Wasser frisch, Und trat es und durchschwamm's.
Die Spanier setzten Boote aus Und machten auf sie Jagd; Wer sich gefangen nehmen ließ, Das war der Meister Schagt.
Doch als nun Speer und Schlinge flog, Daß man den Heere fah', Als er nur Spanier um und um Und keinen Ausweg sah:
Da warf er in den Nacken stolz Sein triefend Haupt zurück, Und sah die Herrenknechte an Mit einem stolzen Blick.
"Wir haben ihn, wir haben ihn!" - Da taucht' er unter schnell! Glück zu! auf Nimmerwiedersehn! Du triefender Gesell!
Die Meerflut schloß sich über ihm, Und über seinem Brief; Kein Teufel wußt', was drinnen stand - Das Meer ist dort sehr tief.
Die irische Witwe
Ich lese wenig jetzt in Zeitungsblättern Und will mich gern, daß ich es lasse, schämen. Zuweilen nur, um das Trompetenschmettern Von den Geschwadern Minas zu vernehmen; Und am Piräus Ludwigs Sohn zu schauen, Wie er ihn füllt aufs neue mit Triremen; Um still erfreut zu segnen Deutschlands Frauen, Die da ihr Scherflein bringen allerorten, Daß ihrem Sänger man ein Mal kann bauen; Und mit dem Herold an des Klosters Pforten Für Kaiser Franzen Einlaß zu begehren, Gerührt zu lauschen seinen letzten Worten Und die Gebete seines Volks zu hören; Um - an dem Tag, wo er und zwei Genossen Paris sich öffnen sahen ihren Heeren - Zum Rhein zu gehn, zum Platz, wo man erschossen Elf Männer Schills; ein ehern Monument Wird heut enthüllt dort, wo ihr Blut geflossen - Um das und andres, was ihr jetzt schon kennt, Aus minder Tröstlichem, herauszufischen, Nehm' ich zuweilen, was man Zeitung nennt. So saß ich auch, zwei Monden sind es, zwischen Kaufherrn und Schiffern auf dem Kaffeehause Und blätterte, das Herz mir zu erfrischen. Um mich herum war Summen und Gebrause, Und laut Geruf'; - so grade les' ich gerne! Vier Sprachen hör' ich nicht auf meiner Klause. Welsch, Dänisch, Englisch - das erst bringt die Ferne, Von der ich lese, meinem Geiste nah. - So denn am Herd, vertrauend meinem Sterne, Land im Papiermeer suchend, saß ich da. Rings auf den Tischen klapperten die Steine Des Domino; - "à Point!" und drauf: "Point à!" Begann der Zähler drüben sein Gegreine. - Nichts! - Umgeschlagen! Ha, was ist das? - Gott! Es läuft mir kalt durch Adern und Gebeine. Täuscht mich ein Traum? Bin ich des Schreibers Spott? Nein, es ist wahr! Es hat sich zugetragen! Acht Tage sind es kaum! Ich hör' den Trott Der Reiter noch, die nach der Hütte jagen! Hört: weil ein irisch Weib, in Witwennöten, Den Zehenten nicht zeitig abgetragen, Ließ ihr den einz'gen Sohn ein Priester - töten! Fünf Pfund! - ein Priester! - einer Witwe Sohn! Die Lippe bebt mir, aber nicht zu beten, Und die von selbst geballten Fäuste drohn. Ohnmächtig Zürnen! nennt es nicht so! - ward Das Wort mir nicht, zu züchtigen den Fron? Dies Blatt ist einzig für die Gegenwart, Den Augenblick, fort weht es mit der Stunde; Doch um den Dichter drängen sich geschart Die Enkel noch; was er mit seinem Munde Gebrandmarkt, bleibt es; mächtig dringt das Lied In Ohr und Herzen, sorgend, daß die Kunde Nicht untergeht. - Von Zornesloh' durchglüht, Wollt' ich das Bild mit seinen kleinsten Zügen - Da liegt der Sohn! starr, blutig jedes Glied! Der knienden Mutter greise Haare fliegen; - Euch augenblicklich vor die Seele stellen, Treu, Strich für Strich, und keiner sollte lügen. Es war so leicht! es war Gedicht: - doch Schellen Des Reims zu hängen an dies Witwenkleid - Ich mocht' es nicht! So meines Zornes Wellen Dämmt' ich zurück in meine Brust bis heut, Und habe nicht im Liede sie ergossen. - Jetzt denk' ich wieder an das Herzeleid Der Zitternden, der man den Sohn erschossen. Zwei Monden sind es - kurze Zeit fürwahr! Und doch, in mir wie dämmernd, wie zerflossen Das düstre Bild, wie farblos ganz und gar! - Ich fragte hastig nach dem alten Blatte: Verflattert war es längst, und keiner war, Der da bewahrt in seinem Herzen hatte Die Schandtat des Entweihers seiner Weihen. Da fuhr ich auf, warf zürnend auf die Latte Den Zeitungsstoß; fast wollt' es mich gereuen, Daß ich geschwiegen, da noch frisch im Ohr Mir klang der Mutter herzzerreißend Schreien. Es ist geschehn! doch red' ich jetzt; - verlor Sich in mir auch des ersten Eindrucks Frische, Doch führ' ich das Entsetzliche euch vor, Auf daß nicht ganz die Zeit sein Bild verwische; Wer wehrt es mir, daß Schatten ich beschwöre? Wohl red' ich nicht, wie am Geschwornentische Die Witwe sprach, berufen zum Verhöre; Mit bessern Worten sprach sie, und mit schlichtern. Doch - vor der Hütte blitzen die Gewehre! Hört eine Tat, wie sie noch nicht von Dichtern Beschrieben ward! Hört eines Priesters Schmach! So sprach die Witwe Ryan zu den Richtern! "Ich war aufs Feld gegangen jenen Tag, Unfern vom Dorf; es lag zu meinen Füßen. Und da mir Dick gesagt: ich komme nach, So harrt' ich sein. Auf einmal hört' ich schießen, Und durch die Dächer sah den Dampf ich wehn. Da kam des Nachbars Weib mit hast'gem Grüßen; Die fragt' ich zitternd: Habt Ihr Dick gesehn? Sie sagte: Nein! doch drin im Dorfe wütet Der schwarze Bill, und vor den Hütten stehn Dragonerhaufen, denen er gebietet. Mit Schwert und Feuer will er zücht'gen jeden, Der nicht alsbald den Zehnten ihm vergütet. - Ich kehrte heim, entsetzt ob solchem Reden; Ich selber ja noch schuldete dem Harten. Denn ich bin arm! - Mißwachs und Hagelschäden - Mein Gatte tot - wohl müht' in Feld und Garten Mein Dick sich ab! O Gott, er war so gut, Und seine Freude war es, mein zu warten! Doch wollte sich nicht mehren unser Gut; Und dünn und dürftig fielen unsre Garben; Der Mann im Chorrock drückt' uns bis aufs Blut; Um ihn zu sätt'gen, mußten wir oft darben. Ich war ihm schuldig grade jetzt fünf Pfund Und achtzehn Schillinge; - vor Christtag starben Zwei Kühe mir: dies des Verzuges Grund. - Ich kam ins Dorf: da hielten die Soldaten, Da, Zehnten fordernd, ritt der Mann, des Mund - Nicht uns! - das Wort lehrt! - Der und solche Taten! Zertrümmert war die Pforte meiner Hütte; Ich war betäubt und wußte nicht zu raten. Doch trat ich näher mit verzagtem Schritte, Und sprach fußfällig ihn um Nachsicht an. Er aber wies mich ab und schwur, er ritte Nur mit dem Zehnten aus des Dorfes Bann; Er - doch mein Sohn? - es fällt mir schwer aufs Herz! Was redet er nicht mit dem harten Mann? Mein Dick! - die Nachbarn deuten scheunenwärts, Wie ich den Namen meines Sohnes nenne. Ich schreit' hinein - ihr habt von Mutterschmerz Wohl reden hören? - Sehet, auf der Tenne Kalt, leblos liegt er, eine Jünglingsleiche, Vom Tod entstellt, doch kenn' ich ihn! Ich kenne Mein eigen Blut! - o Gott! - Ich knie, ich streiche Aus seiner Stirn das blonde schlichte Haar; Ich nehm' die Hand, die blasse, marmorgleiche; Die Arme steif, das braune Antlitz war Bedeckt mit kaltem, kaltem Todesschweiße; Der Mund halb offen, doch des Odems bar, Und von den Augen sah ich nur das Weiße; Vorn aus der Jacke quoll das dunkle Blut. O Gott, mein Sohn, mein einz'ger Sohn! Ich reiße Das Hemd ihm auf, Einhalt zu tun der Flut; Die Kugel war ihm recht durchs Herz gegangen. Beschützen wollend seiner Mutter Gut, Hatt' auf des Priesters Wink er sie empfangen. - Da lag er leblos auf den harten Steinen, Und Totenblässe lag auf seinen Wangen. Ich weinte nicht - o Gott, ich kann nicht weinen! Ich sah ihn an und sah ihn an - fortwenden Die glühnden Augen konnt' ich nicht von seinen Erstarrten Zügen - mag ich mit den Händen Sie auch bedecken, mag ich fest sie schließen, Doch seh' ich ihn! - Und ließet ihr mich blenden, Ich säh' ihn noch, wie er zu meinen Füßen Im Blute lag! - Ich seh' ihn Tag und Nacht, Doch Tränen, weh' mir! kann ich nicht vergießen. Schlaf? - seit dem Tage hab' ich nur gewacht, Und meine starren alten Augen glühn, Zu springen drohnd; doch seine schloß ich sacht Mit dieser Hand; die Krieger draußen schrien. Also geschah's, ich hab' euch nichts verhohlen!" - Ich bog mich schürend vor in den Kamin, Und eine Träne zischte in die Kohlen.
Der Scheik am Sinai
"Tragt mich vors Zelt hinaus samt meiner Ottomane! Ich will ihn selber sehn! - Heut kam die Karawane Aus Afrika, sagt ihr, und mit ihr das Gerücht? Tragt mich vors Zelt hinaus! Wie an den Wasserbächen Sich die Gazelle letzt, will ich an seinem Sprechen Mich letzen, wenn er Wahrheit spricht."
Der Scheik saß vor dem Zelt, und also sprach der Mohre: "Auf Algiers Türmen weht, o Greis! die Trikolore; Auf seinen Zinnen rauscht die Seide von Lyon; Durch seine Gassen dröhnt frühmorgens die Reveille, Das Roß geht nach dem Takt des Liedes von Marseille: Die Franken kamen von Toulon!
Gen Süden rückt das Heer in blitzender Kolonne; Auf ihre Waffen flammt der Barbaresken Sonne, Tuneser Sand umweht der Pferde Mähnenhaar. Mit ihren Weibern fliehn die knirschenden Kabylen; Der Altas nimmt sie auf, und mit dem Fuß voll Schwielen Klimmt durchs Gebirg der Dromedar.
Die Mauren stellen sich; vom Streit gleich einer Esse Glüht schwül das Defilee; Dampf wirbelt durch die Pässe; Der Leu verläßt den Rest des halbzerrißnen Rehs. Er muß sich für die Nacht ein ander Wild erjagen - Allah! - Feu! En avant! - Keck bis zum Gipfel schlagen Sich durch die Aventuriers.
Der Berg trägt eine Kron' von blanken Bajonetten; Zu ihren Füßen liegt das Land mit seinen Städten Vom Atlas bis ans Meer, von Tunis bis nach Fez. Die Reiter sitzen ab; ihr Arm ruht auf den Croupen; Ihr Auge schweift umher; aus grünen Myrtengruppen Schaun dünn und lang die Minaretts.
Die Mandel blüht im Tal; mit spitzen dunkeln Blättern Trotzt auf dem kahlen Fels die Aloe den Wettern, Gesegnet ist das Land des Beis von Tittery. Dort glänzt das Meer; dorthin liegt Frankreich. Mit den bunten Kriegsfahnen buhlt der Wind. Am Zündloch glühn die Lunten; Die Salve kracht - so grüßen sie!"
"Sie sind es!" ruft der Scheik - "Ich focht an ihrer Seite! O Pyramidenschlacht! o Tag des Ruhms, der Beute! Rot, wie dein Turban, war im Nile jede Furt. - Allein ihr Sultan? sprich!" er faßt des Mohren Rechte; "Sein Wuchs, sein Gang, sein Aug'? Sahst du ihn im Gefechte? Sein Kleid?" - Der Mohr greift in den Gurt.
"Ihr Sultan blieb daheim in seinen Burggemächern; Ein Feldherr trotzt für ihn den Kugeln und den Köchern; Ein Aga sprengt für ihn des Atlas Eisentür. Doch ihres Sultans Haupt siehst du auf diesem blanken Goldstück von zwanzig Franks. Ein Reiter von den Franken Gab es beim Pferdehandel mir!"
Der Emir nimmt das Gold und blickt auf das Gepräge, Ob dies der Sultan sei, dem er die Wüstenwege Vor langen Jahren wies; allein er seufzt und spricht: "Das ist sein Auge nicht, das ist nicht seine Stirne! Den Mann hier kenn' ich nicht! Sein Haupt gleicht einer Birne! Der, den ich meine, ist es nicht!"
Nebo
Auf Jordans grünen Borden, Da weilte Jakobs Samen, Da feierten die Horden, Die von Mizraim kamen; Da lagerten die Scharen, Da hielt der Heerzug Rast, Seit langen, langen Jahren Der sandigen Wüste Gast.
Da legten ihre Stecken Die Wandrer aus den Händen, Und spreizten weiche Decken, Entgürtend ihre Lenden. Und auf den Decken reinlich, Da lagen, bunt geschart, Die Männer, schlank und bräunlich, Mit schwarzgelocktem Bart.
Da waren ihre Hütten Von Leinen aufgestellt, Und in der Zelte Mitten Hob sich des Stiftes Zelt. Da schützten grüne Sträuche Sie vor der Glut der Sonnen; Da füllten sie die Schläuche An kühlen Wasserbronnen.
Da salbten sie die Leiber, Die staubigen, mit Öle; Da striegelten die Treiber Die dampfenden Kamele; Da ruhte wiederkäuend Im Grase Herd' an Herde; Da flogen wild und scheuend Die langgeschweiften Pferde.
Da freuten sich die Müden Und hoben fromm die Hände, Daß ihnen bald beschieden Der langen Wallfahrt Ende; Da schärften sie die Schneide Des Schwerts mit kräft'ger Hand, Zu kämpfen um grüne Weide In ihrer Väter Land,
Das ihrer schien zu warten Am andern Bord des Flusses, Ein lachender Gottesgarten, Ein Land des Überflusses. Auf ihren Wüstenzügen Sahn sie es oft im Geist - Jetzt sehn sie's vor sich liegen, Das Land, wo Milch und Honig fleußt.
Im Tal ruhn die Nomaden, Und jauchzen: Kanaan! - Ihr Haupt auf steilen Pfaden Klimmt das Gebirg hinan. Schneeweiße Locken fließen Auf seine Schultern dicht; Zwei goldne Strahlen schießen Aus Mosis Haupte licht.
Und wie er nun die Höhe, Die schauende, erreicht, Und, daß er alles sehe, Sich zitternd vorwärts beugt: Da glänzen ihm die Auen, Von tausend Freuden voll, Die er nur sehnend schauen, Doch nicht betreten soll.
Da dehnen sich die Flächen, Wo Korn und Traube reift; Da ist mit weißen Bächen Das grüne Land gestreift; Da schwärmen Bienenkörbe, Da wiehert Pfluggespann; Da funkelt Judas Erbe Von Berseba gen Dan.
"Ich habe dich gesehen! Jetzt ist der Tod mir recht! Säuselnd mit leisem Wehen, Herr! hole deinen Knecht!" Da naht auf lichter Wolke Der Herr des Berges Rücken, Dem müden Pilgervolke Den Führer zu entrücken. -
Auf einem Berge sterben, Wohl muß das köstlich sein! Wo sich die Wolken färben Im Morgensonnenschein. Tief unten der Welt Gewimmel, Forst, Flur und Stromeslauf, Und oben tut der Himmel Die goldnen Pforten auf.
Die Bilderbibel
Du Freund aus Kindertagen Du brauner Foliant, Oft für mich aufgeschlagen Von meiner Lieben Hand; Du, dessen Bildergaben Mich Schauenden ergötzten, Den spielvergeßnen Knaben Nach Morgenland versetzten:
Du schobst für mich die Riegel Von ferner Zone Pforten, Ein kleiner, reiner Spiegel Von dem, was funkelt dorten! Dir Dank! durch dich begrüßte Mein Aug' eine fremde Welt, Sah Palm', Kamel und Wüste, Und Hirt und Hirtenzelt.
Du brachtest sie mir näher, Die Weisen und die Helden, Wovon begeisterte Seher Im Buch der Bücher melden; Die Mädchen, schön und bräutlich, So ihre Worte schildern, Ich sah sie alle deutlich In deinen feinen Bildern.
Der Patriarchen Leben, Die Einfalt ihrer Sitte, Wie Engel sie umschweben Auf jedem ihrer Schritte, Ihr Ziehn und Herdentränken, Das hab' ich oft gesehn, Konnt' ich mit stillen Denken Vor deinen Blättern stehn.
Mir ist, als lägst du prangend Dort auf dem Stuhle wieder; Als beugt' ich mich verlangend Zu deinen Bildern nieder; Als stände, was vor Jahren Mein Auge staunend sah, In frischen, wunderbaren, Erneuten Farben da;
Als säh' ich in grotesken, Verworrenen Gestalten Aufs neue die Moresken, Die bunten, mannigfalten, Die jedes Bild umfaßten, Bald Blumen, bald Gezweig, Und zu dem Bilde paßten, An sinniger Deutung reich;
Als trät' ich, wie vorzeiten Zur Mutter bittend hin, Daß sie mir sollte deuten Jedweden Bildes Sinn; Als lehrte zu jedem Bilde Sie Sprüche mich und Lieder; Als schaute sanft und milde Der Vater auf uns nieder.
O Zeit, du bist vergangen! Ein Märchen scheinst du mir! Der Bilderbibel Prangen, Das gläub'ge Aug' dafür, Die teuren Eltern beide, Der stillzufriedne Sinn, Der Kindheit Lust und Freude - Alles dahin, dahin!
Audubon
Mann der Wälder, der Savannen! Neben roter Indier Speer, An des Mississippi Tannen Lehntest du dein Jagdgewehr;
Reichtest Indianergreisen Deine Pfeife, deinen Krug; Sahst der Wandertaube Reisen Und des Adlers stillen Flug;
Lähmtest ihren schnellen Flügel Mit der Kugel, mit dem Schrot; Auf der großen Flüsse Spiegel, Durch die Wildnis schwamm dein Boot.
Kühn durchflogst du der Savanna Gräser, im gestreckten Trab; Beer' und Wildbret war das Manna, So dir Gott zur Speise gab.
In den Wäldern, in der Öde, Die der Toren Ruhm: Kultur, Noch nicht überzog mit Fehde, Freutest du dich der Natur.
Du noch konntest es! - die Stunde Kommt - nicht fern mehr ist die Zeit! - Wo das Land von Baffins Sunde Bis Kap Horn ein ander Kleid
Tragen wird! - Steh da: du reiche, Waldige Kolumbia, Liegst du nicht gleich einer Eiche Auf dem Planiglobe da?
Aus des Südens kalten Meeren Wächst der mächt'ge Stamm hervor: Schlängelnd ziehn die Kordilleren - Efeu! - sich an ihm empor.
Hoch im Norden in die Breite Geht er, wenig mehr belaubt; An den Pol rührt das beschneite, Eisbehangne, starre Haupt.
Hirsche ruhn in seinem Schatten, An Geflügel ist er reich, Und der Indier Hängematten Schweben nieder vom Gezweig.
Grün und üppig prangt der Starke; Doch bald steht er ohne Zier; Denn an seiner Blätter Marke Zehrt der Wanderraupe Gier.
Nadowessier, Tschippawäer, Heult den Kriegsruf, werft den Speer! Schüttelt ab die - Europäer! Schüttelt ab das Raupenheer!
Seit in eure Hirschfellhütten Trat des Meeres kluger Sohn, Ist die Reinheit eurer Sitten, Ist das Glück von euch geflohn.
Weh, daß ihr ihn nicht verscheuchtet, Da er Land von euch erfleht! Weh, daß ihr ihm arglos reichtet Das geschmückte Kalumet!
Nieder brennt er eure wilden Wälder, nimmt von euch Tribut, Spült von euren Lederschilden Der erschlagnen Feinde Blut;
Saust einher auf Eisenbahnen, Wo getobt der Roten Kampf; Bunt von Wimpeln und von Fahnen, Teilt sein Schiff den Strom durch Dampf.
Kahl und nüchtern jede Stätte! Wo Manittos hehrer Hauch Durch des Urwalds Dickicht wehte, Zieht der Hammerwerke Rauch.
Euer Wild wird ausgerottet, Siech gemacht wird euer Leib, Euer großer Geist verspottet, Und geschändet euer Weib.
Bietet Trotz, ihr Tätowierten, Eurer Feindin, der Kultur! Knüpft die Stirnhaut von skalpierten Weißen an des Gürtels Schnur!
Zürnend ihren Missionären Aus den Händen schlagt das Buch; Denn sie wollen euch bekehren, Zahm, gesittet machen, klug!
Weh, zu spät! Was hilft euch Säbel, Tomahawk und Lanzenschaft? - Alles glatt und fashionable! Doch wo - Tiefe, Frische, Kraft?
Ammonium
"Fremdling, laß deine Stute grasen, O, zieh nicht weiter diese Nacht! Dies ist die grünste der Oasen; Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen, Gleichwie inmitten von Topasen Ein grüner, funkelnder Smaragd!"
Er sprach: "Gern will ich mich entgürten!" Und nahm dem Pferde das Gebiß. Er setzte sich zu seinen Wirten; Des Wüstengeiers Flügel schwirrten An ihm vorüber nach den Syrten, Zu ruhn in der Pentapolis.
Die Lieder und die Zimbeln klangen, Die Mappe lag auf seinen Knien. Die Rosse mit den blanken Stangen, Die finstern Reiter mit den langen Gewanden und den bärt'gen Wangen, Die Zelte - fremd ergriff es ihn.
Mit farb'gen Stiften schuf er glühend Ein Bildnis dieser Wüstenrast. Die Dromedare lagen kniend Am Quell; des Wirtes Töchter, blühend Und schlank, bald nahend und bald fliehend, Umtanzten singend ihren Gast:
"Fremdling, laß deine Stute grasen! O, zieh nicht weiter diese Nacht! Dies ist die grünste der Oasen; Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen, Gleichwie inmitten von Topasen Ein grüner, funkelnder Smaragd!"
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